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Gertrud Maltz-Schwarzfischer - BÜRGERMEISTERIN und HOCHWASSERSCHÜTZERIN

"Wasser braucht Platz. Das müssen wir in der Bauleitplanung berücksichtigen. Sonst kann es schnell gefährlich werden."

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Gertrud Maltz-Schwarzfischer ist seit 2014 zweite Bürgermeisterin der Stadt Regensburg. Hochwasser ist für sie ein Dauerthema. „Wir haben die Donau mitten in der Stadt und dazu noch die Mündung des Regen. Da müssen wir immer mit Hochwasser rechnen. Damit leben die Menschen hier seit Jahrhunderten.“ Plakat zur Aktion Hochwasserschützer Die Kommunen sind am nächsten dran, wenn es um den Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger vor Hochwasser geht. Die Aufgaben sind vielfältig. Der technische Schutz mit Dämmen, Deichen, und Mauern ist dabei nur ein Aspekt. Mindestens genauso wichtig sind Vermeidung und Vorsorge. Zum Beispiel durch das Ausweisen von Überschwemmungsgebieten und angepasstes Bauen

Die Zusammenarbeit mit den Behörden klappt hervorragend

Regensburg arbeitet schon seit vielen Jahren intensiv an der Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Stadt. 2004 bis 2006 gab es dazu einen Wettbewerb um das beste Konzept. Seitdem wird konsequent umgesetzt. „Wir machen das gemeinsam mit dem Freistaat und die Zusammenarbeit klappt hervorragend. Der Freistaat baut und wir unterstützen bei der Planung. Denn vor Ort können wir besser einschätzen, was die Bürger wollen und wo die Fallstricke sind“, sagt Maltz-Schwarzfischer. Bei der Stadt liegt dann auch der Unterhalt der technischen Anlagen. Sie sind ausgelegt auf ein Hochwasser, das statistische gesehen alle 100 Jahre auftritt. Drei Bauabschnitte sind bereits fertiggestellt.

Zum Schutz der Altstadt und der Donauinseln vor einem 20-jährlichen Hochwasser hat Regensburg bereits vor rund 10 Jahren mobile Elemente beschafft, die im Hochwasserfall vom Tiefbauamt aufgestellt werden. „Wir sind Welterbe, da kann man keine Mauer zwischen die Stadt und die Donau setzen“, sagt Maltz-Schwarzfischer. „Einen hundertprozentigen Schutz kann es eben nicht geben.“

Das Wasser braucht seine Fläche

Auch in der Vermeidung und der Vorsorge ist Regensburg aktiv. „Durch die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten für Donau und Regen verhindern wir, dass dort neu gebaut wird. Bei zulässigen Bauvorhaben in gefährdeten Gebieten stellen wir sicher, dass die Bauten angepasst sind.“ Doch das hört sich leichter an als es ist. „Manchmal verstehen die Bürger das nicht und sagen: ‚“Dann baut uns halt hier auch einen Hochwasserschutz hin‘.“ Aber das Wasser braucht seine Fläche. Sonst wird es flussabwärts immer höher. „Beim Hochwasser 2013 ging es in Passau nur um wenige Zentimeter zu viel. Die hätten durch mehr Überschwemmungsflächen flussaufwärts vielleicht gepuffert werden können. Damit will ich sagen: Beim Hochwasserschutz geht es auch um Solidarität unter den anliegenden Gemeinden“, sagt Maltz-Schwarzfischer.

Und wo können sich Kommunen über gute Möglichkeiten zur Hochwasservorsorge informieren? „Kompetente Ansprechpartner sind natürlich die Wasserwirtschaftsämter und das Landesamt für Umwelt. Diese Fachbehörden bieten beispielsweise mit dem Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete und dem Hochwassernachrichtendienst wertvolle Informationsquellen.“

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