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Wie geht Bayern mit Hochwasser um?

Risiken aus Naturgefahren lassen sich nicht vollständig beseitigen. Wir können diese allerdings mit verschiedenen Maßnahmen reduzieren und mit den verbleibenden Risiken leben lernen. Dafür ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten nötig, denn der wirkungsvolle Hochwasserschutz ist eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe. Was jeder Einzelne individuell zur eigenen Vorsorge leisten kann, erfahren Sie hier.

Die katastrophalen Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre haben materielle Schäden in Milliardenhöhe verursacht und gleichzeitig die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Strategie für den Umgang mit dem Hochwasserrisiko unterstrichen. Hierfür müssen viele Akteure zusammenarbeiten, der Hochwasserschutz ist gemeinsame Aufgabe. Eine Vernetzung der notwendigen Einzelaktivitäten in einem integralen Hochwasserrisikomanagement ist dabei elementar und braucht einen vertrauensvollen Dialog zwischen allen Beteiligten.

Der Freistaat engagiert sich umfänglich für den Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger vor Hochwasser. Die Maßnahmen der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltungen sind dabei im Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020plus festgehalten. Das Programm zielt darauf ab, durch verschiedene Maßnahmen aus den vier Bereichen Nachsorge, Vermeidung, Schutz und Vorsorge, die Risiken durch Hochwasser zu reduzieren. Durch die Reduktion der Hochwassergefahr (z. B. durch Umleitung oder Deichbau) und durch die Minderung der Schadensanfälligkeit (z B. durch hochwasserangepasstes Bauen und Abrücken) kann dies gelingen. Ein gewisses Risiko wird aber immer bleiben.

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Der Bereich Vermeidung verfolgt das Ziel, neue Schadenspotenziale in Gefahrengebieten zu vermeiden und bereits bestehende Risiken zu reduzieren. Denn die wirkungsvollste Strategie gegen Hochwasserschäden besteht darin, eine schadensanfällige Landnutzung wie zum Beispiel durch Siedlungen oder Verkehrsflächen in hochwassergefährdeten Gebieten zu vermeiden und die vorhandenen Nutzungen und Bauweisen an das Hochwasserrisiko anzupassen. # Der Bereich Schutz verfolgt zwei grundsätzliche Stoßrichtungen: Der natürliche Rückhalt setzt dort an, wo die Hochwasser entstehen – im Einzugsgebiet. Beispielsweise durch eine Förderung des Rückhalts von Wasser in der Fläche oder Maßnahmen an Gewässern und deren Auen. Natürlicher Rückhalt allein kann jedoch keinen angemessenen Hochwasserschutz gewährleisten, weil durch stetig wachsende Siedlungen und Verkehrsflächen bereits ein Großteil der potenziellen Überschwemmungsgebiete verloren gegangen ist. Gerade bei größeren Hochwasserereignissen, die durch längeren Dauerregen verursacht werden, können die Böden meist kein Wasser mehr aufnehmen und natürliche Rückhalteräume sind bereits geflutet. Aus diesem Grund sind technische Hochwasserschutzmaßnahmen notwendig. Der technische Schutz verfolgt dabei unterschiedliche Strategien:

  • Zurückhalten: Das Wasser wird oberhalb des zu schützenden Bereichs zurückgehalten. Damit wird die Spitze des Hochwasserabflusses reduziert.
  • Durchleiten: Der Flusslauf wird so verändert, dass mehr Wasser durchfließen kann, bevor es zu Ausuferungen kommt. Dies kann durch Deiche und Mauern geschehen.
  • Umleiten: Ein Teil des Hochwassers wird in einer Flutmulde an dem zu schützenden Bereich vorbei geleitet.
Grafik zur Darstellung der Schutzstrategien Zurückhalten, Durchleiten und Umleiten

Bei allen Anstrengungen zur Vermeidung von und zum Schutz vor Hochwasser verbleibt immer ein Risiko: Es kann sein, dass für ein extremes Hochwasser die Schutzanlagen nicht ausreichen, ein technisches Versagen auftritt oder auch Bereiche verbleiben, die nicht sinnvoll und ausreichend geschützt werden können. Hier setzt die Vorsorge an, deren Ziel es ist, auf künftige Hochwasserereignisse vorbereitet zu sein, um diese besser zu bewältigen

Während eines Hochwasserereignisses können Schäden z. B. durch Evakuierung, Rettung oder Deichverteidigung begrenzt werden. Diese Bewältigung ist nur teilweise planbar, weshalb schon im Vorfeld Alarm- und Einsatzpläne erstellt werden sollten, um möglichst gut auf die Katastrophe vorbereitet zu sein. In Bayern wird die Bewältigung von Hochwasserereignissen im Bereich Nachsorge mit betrachtet. Nach einem Hochwasserereignis steht im Mittelpunkt, die Schäden vor allem an Leitungen, Straßen und Brücken, aber auch an den Hochwasserschutzanlagen schnellstmöglich zu reparieren. Hierbei ist auch zu beachten, dass die Funktionsfähigkeit des Hochwasserschutzes so rasch wie möglich wiederhergestellt werden muss, denn das nächste Ereignis kann schon bald kommen.

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