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Mathias Klöffel - LANDWIRT und HOCHWASSERSCHÜTZER

"Mein guter Boden gehört auf den Acker, nicht in den nächsten Bach. Angepasste Bewirtschaftung erhält meine Existenzgrundlage und hilft auch dem Hochwasserschutz."

Externer Link zum YouTube-Kanal des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Mathias Klöffel ist Landwirt im unterfränkischen Großbardorf und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Rhön-Grabfeld in Unterfranken. Er engagiert sich seit Jahren für den Hochwasserschutz in seiner Region. Plakat zur Aktion Hochwasserschützer Die Landwirtschaft kann einen wichtigen Beitrag zu einem wirkungsvollen Hochwasserschutz leisten. Landwirte bewirtschaften den Großteil der Flächen entlang unserer Gewässer. Sie können dem Staat Felder und Wiesen als Rückhalteflächen oder für den Bau von Hochwasserschutzanlagen zur Verfügung stellen – natürlich gegen eine angemessene Entschädigung. Mit der richtigen Art der Bewirtschaftung ihrer Felder verringern sie das Ausmaß eines Hochwassers und verbessern gleichzeitig den Schutz ihrer Böden.

Als Landwirte können viel für den Hochwasserschutz tun

„Das Hochwasser hat mich schon als Kind geprägt. Der Bach neben dem Hof meiner Eltern hat den Betrieb regelmäßig unter Wasser gesetzt. Daran kann ich mich noch gut erinnern, das ist ein Grund für mein aktuelles Engagement“, sagt Klöffel.

Er ist gemeinsam mit einigen Kollegen schon 1994 mit gutem Beispiel vorangegangen und hat einen Teil seiner landwirtschaftlichen Fläche für Gewässerschutzstreifen zur Verfügung gestellt. „Ein Grünstreifen am Ufer sorgt dafür, dass das Wasser länger braucht, bis es in den Bach gelangt.“

Und was hat der Landwirt davon? „In Franken haben wir oft lange Trockenphasen mit anschließendem Starkregen. Das spült besten Boden in die Bäche, die dann wieder ausgebaggert werden müssen. Ein Grünstreifen kann das verringern. Um Erosionsereignissen in der Fläche vorzubeugen, bearbeiten wir die Böden sehr schonend, beispielsweise konservierend mit Mulch- oder Direktsaat. Dadurch nehmen sie viel Wasser auf“, sagt Klöffel. Landwirte stellen aber nicht nur Grünstreifen, sondern auch ganze Felder als dringend benötigte Überschwemmungsflächen zur Verfügung. „Das ist für viele Kollegen noch ein schwieriges Thema“, weiß Klöffel aus seiner Erfahrung als Kreisobmann. „Wir sind in Bayern aber in der glücklichen Lage, dass wir sehr gute Ausgleichsprogramme haben und deshalb niemand auf Einkommen verzichten muss.“

Gemeinsam können wir mehr erreichen

Immer mehr Landwirte übernehmen neben der Nahrungsmittelproduktion auch verstärkt Verantwortung im Boden-, Klima-, Gewässer- und Hochwasserschutz. „Dafür brauchen wir Unterstützung. Die bekommen wir in Bayern auch. Wir arbeiten vor Ort sehr gut mit den Kommunen, den Wasserwirtschaftsämtern und den Ämtern für Ländliche Entwicklung zusammen“, sagt Klöffel.

Neben der Bereitstellung von Flächen können Landwirte auch mit dem Anbau alternativer Kulturen zum Hochwasserschutz beitragen. So setzt Mathias Klöffel inzwischen auch auf spezielle Wildpflanzenmischungen anstelle von Mais, die jedes Jahr geerntet werden und in die Biogasanlage gelangen. Der ganzjährige Bewuchs mindert das Erosionsrisiko. Außerdem nehmen die Pflanzen zum Ende der Vegetationszeit den Stickstoff aus dem Boden auf und vermindern das Risiko einer Nitratauswaschung ins Grundwasser. Insekten und Vögel profitieren ebenfalls von der vielfältigen Zusammensetzung der Blühmischungen. Diese Wildpflanzen können fast alles, sie sind im Vergleich zu anderen Bepflanzungen aber weniger rentabel. „Deshalb haben wir uns in unserer Region zusammengetan und die Ausgleichszahlungen für umweltschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen des Kulturlandschaftsprogramms in Anspruch genommen. Dank dieser Gelder des Freistaats konnten wir den finanziellen Nachteil ausgleichen“, so Klöffel.

„Gemeinsam kann man viel erreichen. Am Ende haben alle etwas davon.“

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