Hochwasser.Info.Bayern

Dr. Marcel Huber - UMWELTMINISTER und HOCHWASSERSCHÜTZER

"Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Bayern investiert viel, aber jeder muss auch seinen eigenen Beitrag leisten."

Externer Link zum YouTube-Kanal des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

Als bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz ist Dr. Marcel Huber zuständig für den Hochwasserschutz in Bayern. Als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Ampfing weiß Huber aus eigner Erfahrung, was Hochwasser für die Betroffenen bedeutet. Plakat zur Aktion Hochwasserschützer In Bayern gibt es viele hochwassergefährdete Gebiete. Das haben die zum Teil schweren Hochwasserkatastrophen der vergangenen Jahre auf schmerzliche Weise deutlich gemacht. Neben den großen Flüssen wie Donau und Main sind auch zunehmend lokale Starkregenereignisse die Ursache für verheerende Überschwemmungen. Den Ort Simbach hat es bisher am härtesten getroffen. Der Freistaat unternimmt viel, um die Bürgerinnen und Bürger noch besser vor Hochwasser zu schützen. Im Hochwasserschutz Aktionsprogramm 2020 plus stehen insgesamt 3,4 Milliarden Euro dafür bereit.

Wir müssen die Menschen über Hochwassergefahren aufklären

„Ich war 1991 als stellvertretender Kommandant Einsatzleiter bei einem großen dreitägigen Hochwasser in meinem Heimatort. Der Kommandant war im Urlaub“, berichtet Huber. Obwohl Ampfing durch einen Deich vor der Isen geschützt ist, hat dessen Höhe damals nicht gereicht. „Das Wasser kam langsam über die Felder auf den Ort zugeflossen. Wir haben Sandsäcke gelegt, aber das hat nicht gereicht. Am Ende stand das Wasser bis zu einem Meter hoch im Dorf.“

In seinen insgesamt 45 Jahren bei der Feuerwehr hat Huber reichhaltige praktische Erfahrungen bei Hochwasser gesammelt, auf die er heute als zuständiger Minister zurückgreifen kann. „Wenn man live miterlebt, wie groß die Schäden sein können, erkennt man, was das für die Familien bedeutet. Vor allem die psychische Belastung ist hoch. Mit dem Auspumpen der Häuser ist es nicht getan. Die Gebäude stinken danach, und zwar über Wochen und Monate. Das vergisst man nicht und es motiviert, sich für den Hochwasserschutz einzusetzen“, sagt Huber.

Der Umweltminister weiß auch, wie wichtig die kontinuierliche Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung ist. „Die Erfahrungen an der Donau 2013 sind heute schon wieder so weit verblasst, dass manche Leute es für überzogen halten, sich hier mit großem Einsatz um Hochwasserschutz zu kümmern. Aber wenn das Hochwasser da ist, ist der Ruf laut: Wo ist denn unser Schutz?“

Einen hundertprozentigen Schutz kann es nicht geben

Mit dem Hochwasserschutz Aktionsprogramm 2020 plus investiert der Freistaat viel in zusätzliche Maßnahmen. „Wir sind in allen Regionen aktiv, von den Bergen bis in die großen Flusssysteme, um den Schutz zu erhöhen. Mit Simbach wurde uns allen klar: auch unscheinbare kleine Bäche, können bei Starkregen zu reißenden Fluten werden“, sagt Huber.

Trotz der massiven Investitionen – der Umweltminister warnt: „Einen hundertprozentigen Schutz wird es nicht geben. Wir richten unsere Maßnahmen auf ein hundertjährliches Hochwasser aus. Es kann aber auch schlimmer kommen.“ Huber betont: „Der Staat alleine kann es nicht richten. Jeder ist gefordert, seinen Beitrag zum Klima- und Hochwasserschutz zu leisten.“

Gemeinden und Hausbauer können zum Beispiel schon bei der Planung Hochwasser berücksichtigen. Landwirte können hochwasserangepasst ihre Felder bewirtschaften und damit ihre Existenzgrundlage den Boden schützen. Jeder kann sich informieren um im Ernstfall richtig zu handeln und Schäden zu minimieren. Schließlich können Versicherungen zumindest finanzielle Schäden ausgleichen, wenn sie rechtzeitig abgeschlossen wurden.

„Auch wenn das letzte große Hochwasser schon wieder in Vergessenheit gerät, hoffe ich, dass die Bürgerinnen und Bürger sich informieren und mitmachen – auch, wenn sie nicht immer direkt betroffen sind. Jeder, der an einem Fluss wohnt, ist Ober- und Unterlieger zugleich und trägt Verantwortung für den ganzen Wasserlauf. Hochwasserschützer können wir alle sein.“

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